Donnerstag, 31. Juli 2008

Mittags im Büro

So verbringen wir unsere Mittagspause: Im Moment läuft ein Projekt, dass Wasserfilter für die Familien auf den Hausbooten im Roten Fluss herstellen und ein Teil der Erstellung erfolgt bei uns im Büro, da vor unserem Haus genug Platz ist. Auf jedem Fall kochen die jeden Tag in der Küche bei uns im Büro und da haben wir uns mal ganz dreist dazu gesellt und bekommen lecker Mittagessen.

Heute hat ein Koreanerin gekocht….und es gab wieder Seidenrauben...und diesmal waren sie viel nussiger...

Achso... nicht das ihr denkt, dass ich hier nur HalliGalli mache…ein bisschen arbeite ich auch….aber hier dauert alles etwas länger..und dem pass ich mich auch langsam an..außerdem ist die Organisation ziemlich chaotisch. Die rechte Hand weiß nicht so richtig was die linke tut..und deshalb ist man relativ frei indem was und wie man es erledigt.

Dienstag, 29. Juli 2008

HotPot

Gestern Abend waren wir am WestLake HotPot essen und Abschied feiern, da eine der Volunteers die fuer fast ein Jahr hier war heute wieder nach Hause geflogen ist.

Wir sassen auf der UferPromenade am WestLake auf Bambusmatten an kleinen Tischen. Bevor wir jedoch richtig anfangen konnten zu essen, mussten wir erstmal umziehen, auf den Buergersteig direkt vor die Garkueche. Der Grund fuer unseren Umzug war, dass die Polizei vorbeigekommen ist. Und da die Uferpomenade ein oeffentlicher Platz ist, darf man da natuerlich nicht sitzen und essen, also muss mal schnell umgezogen werden. Super ist bei solchen Aktionen hier in Vietnam, dass die Besitzer der Garkuechen oder Restaurants immer mindestens fuenf Minuten vorher Bescheid wissen wen jemand von der Polizei kommt und man immer genug Zeit alles umzuraeumen. Kurios, Kurios. J

Naja auf jedem Fall konnten wir dann endlich anfangen zu essen….und wir bekammen grosse Toepfe mit Bruehe (mit Tomaten, Pilzen..) und dann grosse Teller voll mit Fleisch, Garnelen, Muscheln, Tofu, Gemuese, jegliche Innereien und Nudeln.

Und da ich ja mutig bin, habe ich auch fast alles probiert..und war sehr lecker.

Wenn es ein naechstes mal gibt, dann wuerde ich warscheinlich nur Seafood bestellen, da das eindeutig das Beste war.

Auserdem gab es dort gebratenen/frittierten Frosch, nur wollte leider niemand ausser mir Frosch probieren/mitessen…naja beim naechste Mal gibt es aber auf jedem Fall Frosch, ess ich ihn halt alleine... hihi

Montag, 28. Juli 2008

Sapa: Ein aufregendes Wochenende in den Bergen!!

Ja..ich habe ein sehr abenteuerliches Wochenende hinter mir...

Am Freitagabend ging es los: mit vier Mädels von Sj Vietnam hatten wir ein schönes Wochenende in Sapa gebucht.

Kurz etwas allgemeines zu Sapa:
Sapa liegt im Hochtal inmitten der Hoang Lien-Berge und wurde Anfang des 19 Jh. Von den Franzosen erbaut. In Sapa leben Hmong und Dzao, welche dort zahlenmäßig die größten ethnischen Gruppen der Region ausmachen. (In Vietnam leben nur 2 % ethnische Minderheiten und diese meist in den Bergen.) Die Landschaft und Umgebung ist wunderschön und super zum wandern und Erholung von der lauten Stadt.

Naja, wir waren also sehr motiviert und freuten uns, aber die erste Überraschung erwartete uns bereits, als wir in den Nachtzug einstiegen. Wir hatten leider nur noch ‚Hardsleeper’ bekommen, und diese waren wirklich knall hart.

Trotz der harten Unterlage versuchten wir ein paar Stunden zu schlafen, nur wurden wir ca. 5 Uhr morgens geweckt, mit der Botschaft: ‚Der Zug ist kaputt!’. Mmmhh..wir mussten also raus aus dem Zug, irgendwo im nirgendwo, über die Gleise stolpern und versuchten durch das nächtlichen Chaos zwischen den vielen Menschen unseren Weg zu finden bzw. irgendjemand der Englisch sprach. Wir landeten dann in irgendeinem schrammeligen öffentlichen Bus, wo manche auch auf Holzbänken sitzen mussten (wir hatten zum Glück richtige Sitze ergattert). Naja…und dann ging es nach ewigen Stehen, losfahren, stehen, losfahren endlich in Richtung Lao Cai.

Während der Busfahrt haben wir dann erfahren was wirklich mit dem Zug los war: es hat Erdrutsche gegeben und die Gleise waren somit nicht befahrbar.

Der Bus brachte uns dann nach Lao Cai und von dort aus hatten wir Glück und bekamen gleich einen Anschlussbus nach Sapa. Nach ca. 4 Stunden kamen wir dann endlich in Sapa an (obwohl es nur 40-50 km waren)..naja…hier dauert alles immer ein bisschen länger.

Der ganze Stress war aber schnell vergessen, als wir unsere erste Tour starten. Eine etwa fünf Kilometer lange Wanderung, um den Schwarzen Hmong im Dorf Cat Cat zu begegnen. Schwarze H’mong, weil sie hauptsächlich schwarze Kleidung tragen. Und durch das färben schwarze Hände haben.


Nachmittags hatten wir dann Zeit den Markt in Sapa zu erkunden, wo es allerlei Schmuck, Schals, traditionelle Kleidung….und Leckereien gab.


Nach einer Nacht in einem richtigen Bett, ging es dann am Sonntag auf die große 12 km Tour. Unser Guide war eine 19jährige Hmong Namens Lan. Außerdem begleitete uns eine Gruppe von Hmong Frauen, die uns halfen, die Steilen Wege, Wasserfälle und Reisterrassen zu überqueren, so dass wir nicht total eingesaut zurück kommen.

Es war eine tolle Wanderung….die Landschaft war unglaublich!!!!


Nach den 12 km wandern & klettern ging es dann mit Motorbikes wieder zurück nach Sapa, da wir ja unseren Bus kriegen mussten, der uns zu unserem Zug brinen sollte.
Nur leider fuhren die Züge noch nicht wieder von Lao Cai nach Hanoi, somit mussten wir wieder die ewige Busfahrt auf uns nehmen und zu dem anderen Ort fahren. Dort saßen wir dann 4 ½ Stunden rum, weil wir nur Tickets für den letzten Zug hatten.


Endlich gegen 23.30Uhr saßen wir dann im Zug (diesmal hatten wir ‚Softseater’ ergattert, welche ok waren, aber auch nicht wirklich bequem zum schlafen) und heute früh um 9 Uhr waren wir dann endlich wieder in Hanoi!!!

Die An- und Abreise war echt chaotisch und sehr vietnamesisch, aber Sapa und Umgebung war fantastisch und hat das fast komplett wet gemacht. :)


Mittwoch, 23. Juli 2008

Lecker Lecker..

Ach so..habe ja völlig vergessen zu schreiben, was ich gestern leckeres gegessen habe:

gebratene Seidenraupen

...oder waren sie doch fritiert?!
Mmmhh..weiß nicht, aber war lecker. Und das meine ich im Ernst...sehr zu empfehlen. :)

Projektbesuche

Die letzen zwei Tage habe ich hauptsächlich damit verbracht, die verschiedenen Projekte von SJ Vietnam (unserer Organisation) zu besuchen.

Montag waren bei dem sogenannten ‚Fisher Village’. Dort leben arme Familien die aus anderen Provinzen nach Hanoi gekommen sind. Da sie keine offiziellen Einwohner von Hanoi sind, können sie nicht in der Stadt wohnen, sondere leben in Häusern auf dem Roten Fluss. SJ Vietnam hilft den Familien diese Boothäuser zu bauen. Weil die Familien keine Hanoier sind, können die Kinder auch nicht in Hanoi zur Schule gehen. Die Organisation hat ein ‚Youth House’ in der Gegend gegründet, wo die Kinder dieser Familien unterrichtet werden und außerdem Mittags etwas zu essen bekommen. Die Volunteers unterrichten die Kinder, helfen die Boothäuser zu bauen/reparieren, bauen Wasserfilter für die Familien, kochen…

'Fisher Village' (Floating Houses)

Ein weiteres Projekt ist in einem großen Kinderkrankenhaus in Hanoi, wo unsere Volunteers auf den Stationen mit den Kindern spielen, um sie so ein bisschen abzulenken.

Dienstag waren wir dann bei der Blinden Schule. Unsere Volunteers unterrichten hier Englisch, verschönern die Schule, helfen den Kindern ihre Zimmer sauber zu halten….

Blindenschule


Unterbringen der Kinder in der Blindenschule

Es sind alles wirklich tolle Projekte, aber auf der anderen Seite ist es sehr bedrückend zu sehen, in welchen Verhältnissen die Kinder hier leben. Die Einrichtungen sind für vietnamesische Verhältnisse gut, aber verglichen mit dem was wir in Europa gewohnt sind, nicht zu vergleichen.

Insbesondere das Kinderkrankenhaus hat mich sehr mitgenommen. Teilweise teilen sich 3 Kinder oder mehr ein Bett, das nur aus einem Metallgestell und einer Bambusmatte besteht. Die Familien der Kinder schlafen auf dem Boden, müssen teilweise ihren ganzen Besitz verkaufen, um die Behandlung ihres Kindes zu bezahlen. Uns wurde erzählt, dass Ärzte und Schwestern oft Geld unterm Tisch zugeschoben wird, damit sie bspw. Injektionen und Blutabnahmen weniger schmerzhaft machen.

Naja, auf jedem Fall habe ich in den letzten Tagen viele Eindrücke sammeln können…

Sonntag, 20. Juli 2008

Chua Huong: Parfüm-Pagode


Bin heut mit ein paar Mädels von der Arbeit zur berühmtesten Pilgerstätte im Norden von Vietnam gefahren – zur Parfum Pagode. Diese ist aber sehr versteckt. Man kommt nur mit dem Boot zum Huong Tich Son, den „Berg der duftenden Spuren“, in dem sich das Heiligtum befindet.

Die Busfahrt zur Pagode war sehr turbulent und holperig, da die Straßen hier doch sehr zu wünschen übrigen lassen. Wie sind auf einer Landstraße gefahren, die teilweise betoniert war – aber einspurig. Der Busfahrer hat immer waghalsige Kunststücke gemacht, wenn Gegenverkehr kam…ohh je…ich habe uns oft beinahe im Reisfeld liegen sehen.

Naja…dann ging es für eine Stunde auf ein kleines Boot und über den Fluss zur Pagode. Dort haben wir (so faul wie wir sind) hoch eine Seilbahn genommen und runter sind wir gelaufen.

Die Pagode im Inneren des Berges war sehr beeindruckend: Ein Höhle die in Weihrauchschwaden gehüllt ist, hat schon was Mystisches. Tja und dann ging es zu Fuß, 4km den Berg wieder runter, was ja eigentlich nicht viel ist, aber bei praller Sonne, Hitze, feucht und mindestens 40 Grad…*anstrengend*…aber die Landschaft rundherum war Entschädigung genug.












..vietnamesische Käfa sehen komisch aus... :)

Samstag, 19. Juli 2008

Hai Duong – Welfare Center

Heute haben wir eins der Projekte meiner Organisation besucht: Ein Welfare Center (Sozial-/Wohlfahrtszentrum) in der Provinz Hai Duong (50 km von Hanoi) in dem behinderte, benachteiligte und Waisenkinder leben. Die Familien aus denen die Kinder kommen, leben in armen Verhältnissen. Ca. 1000 Kinder aus der Provinz Hai Duong können in dem Welfare Center leben und zur Schule gehen.

Die Kinder haben sich sehr gefreut dass wir da waren und wollten uns gar nicht mehr gehen lassen.

Wir haben eine Gruppe von belgischen Freiwilligen (Studenten) zu dem Projekt gebracht. Sie werden die nächsten drei Wochen mit den Kindern spielen, malen, bei alltäglichem helfen, unterrichten….

Ein tolles Projekt - das durch freiwilliges Engagement von Vietnamesen und internationalen Ehrenamtlichen möglich ist.




Dieser kleine Wonneproppen hat bereits Adoptiveltern in Kanada.. :)




Ann lernt seit 3 Wochen Englisch und spricht schon ein paar Sätze Akzentfrei.